🌿 Unsere Geschichte – Vom Neuanfang nach dem Krieg bis heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Berlin große Not. Lebensmittel waren knapp, und viele Familien suchten nach Möglichkeiten, sich selbst zu versorgen.
In dieser Zeit entstanden in zahlreichen Stadtteilen Kleingartenkolonien – Orte der Hoffnung, des Zusammenhalts und des Neubeginns.
Auch auf unserem heutigen Koloniegelände begannen im März 1946, mit Genehmigung der Alliierten Kommandantur, die ersten Kleingärtner, ihre Parzellen anzulegen.

Das Gelände war zunächst noch gezeichnet von den Kriegsjahren: Schützengräben, Trümmer und Müll prägten das Bild.
Mit viel Fleiß wurde die Fläche urbar gemacht – der Aushub des nahegelegenen, in den 1930er-Jahren errichteten Polizeigebäudes
diente zum Verfüllen der Gräben und zum Aufbau der ersten Gartenflächen.

Die Anfangsjahre waren eine besondere Herausforderung: Es fehlte an Baumaterial, Werkzeug, Zäunen und sogar an einer Wasserversorgung.
Typisch kleingärtnerisch wurde improvisiert: 1947 entstanden die ersten Brunnen,
und Rohre für die spätere Ringleitung wurden aus den Ruinen der Stadt geborgen –
alte Gasrohre, die teils bis heute zuverlässig ihren Dienst tun.

Weil Wohnraum knapp war, erlaubten die Behörden ab 1947 den Bau kleiner Wohnlauben.
Saatgut, Pflanzkartoffeln und Werkzeuge waren rar und wurden oft über Tauschwaren oder den Schwarzmarkt beschafft.
Neben Gemüse und Obstpflanzen fanden Flieder, Beerensträucher und Blumen ihren Platz.
Im Herbst sammelte man Samen für die nächste Saison; manche hielten Kleintiere wie Kaninchen, Hühner oder Ziegen zur Ergänzung der Versorgung.

Während der Blockade West-Berlins (1948–49) wurde die Bedeutung der Kleingärten besonders sichtbar:
Viele Gärtner gaben Obst und Gemüse aus eigener Ernte an Krankenhäuser, Altenheime und Kindertagesstätten.
Dieses gelebte Miteinander prägte unsere Kolonie von Beginn an – jeder half jedem.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Kolonie stetig weiter: Wege wurden angelegt, Parzellen strukturiert,
die Infrastruktur verbessert. Zum 50-jährigen Bestehen wurde die Kolonie am 16. Februar 1996
auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Dieter Luchs als eingetragener Verein gegründet:
Kolonie Frischauf e. V.

Heute umfasst unsere Anlage rund 120 Parzellen mit einer durchschnittlichen Größe von etwa 400 m².
Dabei stehen Erholung, Gemeinschaft und gärtnerische Nutzung in einem ausgewogenen Verhältnis.
Unser jährliches Kinder- und Sommerfest bringt Mitglieder, Freunde und Nachbarn auf der Festwiese zusammen –
ein lebendiger Treffpunkt für alle Generationen.

Was einst aus den Trümmern Berlins erwuchs, ist heute ein Ort der Erholung, der Naturverbundenheit und des Zusammenhalts –
ein Stück gelebter Berliner Geschichte – mitten in Spandau.

🕰️ Meilensteine unserer Geschichte

🌱
1946

Gründung der Kolonie

Der Anfang in schwierigen Zeiten:
Mit Genehmigung der Alliierten Kommandantur beginnen im März 1946 die ersten Kleingärtner, ihre Parzellen anzulegen.
Ein Neuanfang, der Mut, Gemeinschaft und Hoffnung symbolisierte.

🏠
1947

Erste Brunnen & Wohnlauben

Improvisation und Einfallsreichtum:
Die ersten Brunnen entstehen, alte Gasrohre werden zu Wasserleitungen umfunktioniert.
Mit Genehmigung dürfen die ersten Wohnlauben errichtet werden – aus Restmaterialien, aber mit viel Herzblut.

✈️
1948–49

Die Zeit der Luftbrücke

Solidarität in der Not:
Während der Blockade West-Berlins teilen die Gärtner ihre Ernte mit Krankenhäusern, Altenheimen und Kindertagesstätten.
Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt prägen das Vereinsleben bis heute.

🪴
1996

Eintrag ins Vereinsregister

Der Verein wird offiziell:
Zum 50-jährigen Jubiläum wird die Kolonie Frischauf am 16. Februar 1996 auf Initiative von Dieter Luchs als eingetragener Verein gegründet.
Damit beginnt ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte.

🌻
Heute

Ein lebendiger Verein

Tradition trifft Zukunft:
Mit rund 120 Parzellen ist die Kolonie heute eine grüne Oase in Spandau.
Unser Verein lebt von Gemeinschaft, Engagement und Freude an der Natur – und wächst stetig weiter.